Das "Haus der Photographie", die Deichtorhallen Hamburg sind bekannt für ihre Foto- und Kunst-Ausstellungen. Zu Beginn des Jahres veröffentlichen die Deichtorhallen ihr Jahresprogramm. Los gehts im Februar mit einer Retrospektive des Fotografen und Malers Saul Leiter. Sehr interessant ist sicher auch die regelmäßige Ausstellung "gute aussichten – junge deutsche fotografie", die seit 2004 zu sehen ist.
SAUL LEITER – RETROSPEKTIVE 3. FEBRUAR – 15. APRIL 2012 HAUS DER PHOTOGRAPHIE Das Haus der Photographie der Deichtorhallen würdigt den Fotografen und Maler Saul Leiter (*1923 in Pittsburgh) in einer weltweit ersten großen Retrospektive. Die Ausstellung umfasst mehr als 400 Arbeiten und vereint in einem großen Spannungsbogen frühe Schwarzweiß- und Farbaufnahmen, Modefotografien, übermalte Aktfotos, seine Malerei sowie die noch nie präsentierten Skizzenbücher und neuen Fotoarbeiten. In den 1950er Jahren werden erste Schwarz-Weiss Serien Saul Leiters im Life- Magazin veröffentlicht. Er nimmt u.a. an der von Edward Steichen kuratierten Ausstellung „Always the young strangers“ (1953) im Museum of Modern Art teil. Als einer der ersten fertigt Saul Leiter künstlerische Fotografien in Farbe an. Seine Arbeiten werden in der Zeitschrift Esquire veröffentlicht, später wechselt er zu Harper's Bazaar. Das Haus der Photographie hat es sich zur Aufgabe gemacht, herausragende fotografische Posi tionen wiederzuentdecken und zu thematisieren. Nach dem Erfolg der ersten großen Retrospektive von Lillian Bassman und Paul Himmel 2009/2010 zeigt das Haus der Photographie einen weiteren Meister der Fotografie des 20. Jahrhunderts, der aus verschiedenen Gründen einem breiten Publikum noch nicht bekannt ist und gerade seine Wiederentdeckung feiert.
WIM WENDERS – PLACES, STRANGE AND QUIET 14. APRIL – 5. AUGUST 2012 SAMMLUNG FALCKENBERG, HAMBURG-HARBURG
Als Regisseur ist Wim Wenders, 1945 in Düsseldorf geboren, mit Filmen wie „American Friend“ (1978), „Paris, Texas“ (1984), „Der Himmel über Berlin“( 1987), „Buena Vista Social Club“ (1999) und zuletzt „Pina“ (2010) als einer der einflussreichsten Vertreter des New German Cinema international bekannt. Parallel hat er zahlreiche Bücher mit Essays und Fotografien publiziert. Seine eigenen Fotografien wurden unter dem Titel „Pictures from the Surface of the Earth“ seit 2001 weltweit in einer Vielzahl von Museen und Kunstinstitutionen gezeigt. Seine Bilder von Orten auf der ganzen Welt wie Salvador in Brasilien, Palermo in Italien, Onomichi in Japan oder Berlin und amerikanischen Landschaftsaufnahmen im Breitwandformat wurden im Frühjahr 2011 unter dem Titel „Places, strange and quiet“ in seiner Londoner Galerie Haunch of Venison präsentiert, nachdem sie zuvor im Sao Paulo Museum of Art in Brasilien ausgestellt waren. Diese Werkgruppe großformatiger Fotografien wird in der Sammlung Falckenberg erstmalig in Deutschland präsentiert.
GUTE AUSSICHTEN 2011/2012 JUNGE DEUTSCHE FOTOGRAFIE 26. APRIL – 3. JUNI 2012 HAUS DER PHOTOGRAPHIE
Seit seiner Geburtsstunde im Jahr 2004, begleitet das Haus der Photographie in den Deichtorhallen das Projekt »gute aussichten – junge deutsche fotografie«. Bei dem Wettbewerb gute aussichten, laut Spiegel »Deutschlands renommiertester Wettbewerb für junge Fotografen«, hatten Foto-Absolventen in diesem Jahr wieder die Möglichkeit, ihre Abschlussarbeiten einer hochkarätigen Jury vorzulegen. Aus fast 100 Einsendungen aus den verschiedenen deutschen Hochschulen, Fachhochschulen und Akademien, die den Studiengang Fotografie anbieten, wurden nun die sieben Besten gekürt. Auch dieses Jahr ist die Bandbreite dessen, was zu sehen ist, enorm: Dokumentarische Arbeiten stehen neben fast abstrakten Bildern, stimmungsvolle Schwarzweiß-Aufnahmen neben großformatigen Farbscans, die strenge Serie rückt ebenso in den Fokus wir spielerisch Konzepti onelles.
ANTONY GORMLEY – HORIZON FIELD HAMBURG 27. APRIL – 9. SEPTEMBER 2012 HALLE FÜR AKTUELLE KUNST
Der britische Künstler Antony Gormley entwickelt eigens für die große Deichtorhalle zur Documenta-Zeit eine neue, spektakuläre Installation, das »Horizon Field Hamburg«.
Der Besucher betritt zwischen dem 27. April und 9. September 2012 die Nordhalle der Deichtorhallen und sieht sich mit einem fast 4.000 qm großen und bis zu 19 m hohen, fast leeren Raum konfrontiert. In diesem offenen Raum lädt eine weite, schwarze, spiegelnde, schwebende Ebene, siebeneinhalb Meter vom Erdboden entfernt zu neuen Erfahrungen ein. Die hängende, leicht schwingende Fläche nutzt die strukturellen Möglichkeiten und den architektonischen Kontext des über 100 Jahre alten Gebäudes der Deichtorhallen, um die Besucher in Zeit und Raum im gegenseitigen Miteinander neu zu orientieren.
»Horizon Field Hamburg« wird die Wahrnehmung des Gehens, Fühlens, Hörens und Sehens umorientieren und neu verbinden. Diese persönliche bzw. kollektive Erfahrung wird durch Vibration, Sound und Widerspiegelung vermittelt werden. Das Projekt kann insgesamt als ein waagerecht im Raum aufgespanntes Gemälde aufgefasst werden, auf dem die Besucher zu Figuren auf einem freischwebenden und nicht definierten Grund werden.
Seit fast 40 Jahren schafft Antony Gormley Skulpturen, in denen er sich mit dem Verhältnis des menschlichen Körpers zum Raum auseinandersetzt. Der 1950 in London geborene Künstler hatte Einzelausstelllungen u.a. in der Hermitage, St. Petersburg, dem Kunsthaus Bregenz, der Hayward Gallery, der Kunsthalle zu Kiel, dem Malmö Kunstmuseum sowie im Louisiana Museum of Modern Art (Dänemark). Bedeutende öffentliche Arbeiten umfassen »Angel of the North« (Gateshead, England), »Another Place« (Crosby Beach, England) und »Exposure« (Lelystad, Niederlande). Gormley erhielt vielfache Auszeichnungen wie den Turner Preis (1994) und den Order des British Empire (1997). Er ist Ehrenmitglied der Royal Academy of Arts und seit 2007 Trustee des British Museum.
Das von den Deichtorhallen Hamburg in Kooperation mit der Galerie Thaddaeus Ropac getragene Projekt konnte nur durch die großzügige Förderung der NORDMETALL-Stiftung und der Kulturstiftung des Bundes realisiert werden. Die statisch-konstruktive Konzeption übernehmen die Ingenieure der Firma schlaich bergermann und Partner.
EUROPEAN PHOTO EXHIBITION AWARD - EPEA 3. MAI – 3. JUNI 2012 HAUS DER PHOTOGRAPHIE
Im European Photo Exhibition Award – kurz epea – erarbeiten zwölf junge Fotografen aus Europa Foto-Essays zu einem europäischen Thema. Es geht um ihre unterschiedlichen künstlerischen Sichtweisen auf gesellschaftlich relevante Fragestellungen in Europa. Das aktuelle Thema heißt Europäische Identitäten. Ausgewählt und damit ausgezeichnet wurden die zwölf Fotografen von Rune Eraker (freier Fotograf, Norwegen), Sérgio Mah (Soziologe und Kurator, Portugal), Enrico Stefanelli (Kurator Photo Fest Lucca, Italien) und Ingo Taubhorn (Kurator Haus der Photographie/Deichtorhallen Hamburg, Deutschland). Bei der Erstellung ihrer Arbeiten werden sie von den vier Kuratoren betreut und treffen sich zu Workshops mit den Kuratoren und allen Fotografen. Ab Mai 2012 touren ihre Foto-Essays in einer Wanderausstellung durch Europa, von Hamburg (Haus der Photographie/Deichtorhallen Hamburg) über Paris (Centre Culturel Calouste Gulbenk ian/Paris Photo) und Lucca (Fondazione Banca del Monte di Lucca/Lucca Photo Fest) nach Oslo (Nobel Peace Center). Der European Photo Exhibition Award ist ein Gemeinschaftsprojekt der Fondazione Banca del Monte di Lucca, der Fundação Calouste Gulbenkian, der Institusjonen Fritt Ord und der Körber-Stiftung. Der European Photo Exhibition Award setzt den Körber-Foto-Award der Körber-Stiftung (1999-2010), der ausschließlich deutsche Nachwuchsfotografen förderte, unter veränderten, nämlich europäischen Vorzeichen fort.
VISUAL LEADER 2012 DAS BESTE AUS ZEITSCHRIFTEN UND INTERNET. DIE AUSSTELLUNG ZU DEN LEADAWARDS 21. JUNI – 12. AUGUST 2012 HAUS DER PHOTOGRAPHIE
Zum neunten Mal werden im Haus der Photographie der Hamburger Deichtorhallen die Nominierten und Gewinner der LeadAwards vorgestellt: Fotoserien, Zeitschriften-Beiträge, Anzeigen und Websites sind zu sehen – das Beste, was im Jahr 2011 in deutschen Magazinen erschienen ist. Im Jahr 2012 feiern die LeadAwards zudem ihr 20. Jubiläum.
MONICA BONVICINI DESIRE DESIESE DEVISE - ZEICHNUNGEN 1986-2011 25. AUGUST 2012 – 18. NOVEMBER 2012 SAMMLUNG FALCKENBERG, HAMBURG-HARBURG
Monica Bonvicini (*1965 in Venedig, lebt in Berlin) hat im Laufe von rund 25 Jahren ein gewaltiges Konvolut an Zeichnungen produziert. Es sind Skizzen, Entwürfe, Konzepte, aus denen ihre weltweit bekannten skulpturalen, installativen oder medialen Werke hervor gingen, sowie viele freie Arbeiten, die einen völlig eigenen Part in ihrem Werk ausmachen. Bonvicinis Werk zeichnet generell eine große Varianz zwischen kraftvollen, aggressiven Ausdrucksformen und intimen psychologischen Inhalten wie Verletzbarkeit, Nacktheit und Isolation aus. Zu diesen Themen tritt eine grundlegende Auseinandersetzung mit der menschlichen Beziehung zu Raum und Architektur. Ihre zeichnerischen Arbeiten intensivieren diese Zusammenhänge, indem sie den Körper und den Menschen in die Darstellung einbeziehen, der in ihren großen räumlichen Installationen fehlt. Die Ausstellung wird gemeinsam mit dem Museum Abteiberg in Mönchengladbach vorbereitet.
ALBERT WATSON MEMORIES AND VISION feat. FACES OF AFRICA 14. SEPTEMBER – 6. JANUAR 2012 HAUS DER PHOTOGRAPHIE
Der schottische Fotograf Albert Watson (* 1942) hat sich in den vergangenen Dekaden einen Namen als einer der erfolgreichsten Mode- und Werbefotograf der Welt gemacht. Er lichtete unter anderem Stars wie Mick Jagger, Alfred Hitchcock, Kate Moss, Johnny Depp oder Jack Nicholson ab. In einem außergewöhnlichen Experiment hat die Aid by Trade Foundation, Hamburg in Kooperation mit dem Haus der Photographie den Starfotografen beauftragt, Gesichter in Afrika zu fotografieren, um ein Bild der Menschen zu vermitteln, die mit dem Projekt „Cotton Made in Afrika“ verbunden sind. Damit wagt das Projekt, Celebrity Shots und soziale Dokumentation miteinander zu verknüpfen. Neben einer Retrospektive des Starfotografen Albert Watson, die noch nie gezeigtes Vintage– und Polaroidmaterial beinhaltet, wird das Herz der Ausstellung eine exklusiv für das Haus der Photographie in Afrika entstandene Arbeit sein.
In der Sammlung Falckenberg in Hamburg-Harburg werden zum Jahresende ausgewählte Werke aus der Sammlung Haubrok gezeigt. Die Sammlung von Barbara und Axel Haubrok gehört zu den führenden Sammlungen der Gegenwartskunst in Deutschland und umfasst Malerei, Fotografie und Skulptur, die zeitgenössische Konzeptkunst bildet den Schwerpunkt. Der Kern der Sammlung wurde 2008 in eine Stiftung überführt, u.a. „Das Schlafzimmer" aus dem Haus Ur von Gregor Schneider, der „Brancusi Raum" von Tobias Rehberger, „This is Propaganda" von Tino Sehgal, sowie der „Hundemassenfang" von Andreas Slominski. Die derzeit 13 Arbeiten der Haubrok Foundation sind 2010 als Dauerleihgabe an die Staatlichen Museen zu Berlin, Nationalgalerie übergeben worden. Heute umfasst die Sammlung Haubrok insgesamt mehr als 700 Arbeiten unter anderem von Christopher Williams, Jonathan Monk, Heimo Zobernig, Peter Piller, Martin Boyce, Haegue Ya ng, Carol Bové, Wade Guyton, Stephen Prina, Douglas Gordon, Martin Creed, Georg Herold und Wolfgang Tillmans.
(Weitere Projekte geplant, Stand. 11.1.2012 Achtung: Die Daten können sich ändern.)